Adobe Air Europe Tour +
Am 4.6. machte die Adobe Air Europe Tour einen Halt in Berlin. In der Kalkscheune, einer perfekten Location mit viel Platz auf zwei Ebenen und Innenhof, gab es Vorträge, viel Austausch mit anderen Entwicklern und Verpflegung jeglicher Art.
Zu Beginn die erste Überraschung. In der Begrüßungstüte steckt ein Buch zu Adobe Air für Javascript-Entwickler. Das war dann auch größtenteils das Motto des Tages.
Jetzt wird sich der ein oder andere fragen: Adobe Air, das ist doch was mit Flash und Flex. Nicht verkehrt, aber in die Adobe Integrated Runtime (AIR) ist die Webkit-Engine (Engine hinter Safari und weiteren Browsern) integriert. Somit hat man hervorragenden Support für HTML, CSS und vorallem Javascript. Über Einbindung der entsprechenden Bibliothek hat man somit Zugriff auf die volle API von AIR. Hier gibt es keinen Unterschied zum Zugriff per Flex und so können Dateien lokal auf einem Rechner gespeichert werden, es gibt Zugriff auf die integrierte SQLite-Datenbank und vieles weitere.
Und wozu das Ganze? Um mit vorhandenem Wissen von Web-Anwendungen auch in kurzer Zeit Desktop-Anwendungen zu erstellen. Designer brauchen sich nicht umstellen, Web-Entwickler können sofort loslegen und vorhandene Javascript-Libraries können einfach verwendet werden. Ein Firmenadreßbuch auf dem Notebook, Videos mit Parleys für den Offline-Fall herunterladen oder einfach eine schicke Anwendung in jeglicher Form (man denke an die Revolution mit Winamp 3 Skins) auf einen Rechner zaubern.
Natürlich gab es auch eine initiale Air-Anwendung mit Flex, aber es wurde großer Wert bei der Veranstaltung auf die Gleichberechtigung der Technologien gelegt. Das kannte man bisher weder aus dem Flash-Lager, noch aus dem HTML-Lager. Dank der frei verfügbaren Tools für die Entwicklung (AIR SDK, AIR Tools zum Starten und Paketieren) ist man an keine Umgebung gebunden. Ob Flex-Builder, Aptana, Dreamweaver, Intellij, Flash Developer oder dem Notepad mit Kommandozeile. Alles ist glücklicherweise möglich.
Gut platziert war auch der Beitrag zur Sicherheit von AIR. Aus großer Macht folgt große Verantwortung und so sollte man sich Gedanken über seine Anwendung machen. AIR läuft mit vollen Nutzerrechten und kann somit über die Adobe Integrated Runtime zum Beispiel auf alle Dateien zugreifen, diese auslesen oder löschen. Der Nutzer muss einer AIR-Anwendung also das gleiche Vertrauen, wie einer normalen Anwendung entgegen bringen. Vorsicht für Entwickler ist bei der Einbindung von nachgeladenen Skripten notwendig, da diese anfällig für Attacken sind. Es gibt Schutzmechanismen, wie eine spezielle Sandbox, aber man sollte sich der Konzepte bewußt werden.
Bei der Vorstellung von existierenden Anwendungen gab es zwei interessante Realisierungen. Das schon genannte Parleys (Java-Vorträge mit Video und Präsentation synchronisiert) und Twhirl, dem meist genutzten Twitter-Client. Zu kurz kam dabei definitiv der Erfahrungswert bei der Erstellung der Anwendung. Hier wäre es interessant gewesen, wie gut dies geklappt hat, bzw. wo Probleme aufgetreten sind.
Das Event hat für Entwickler viel Spaß gemacht und ging weit genug in die Details. Das Ziel, auch andere Entwicklergruppen außerhalb von Flash und Flex anzusprechen, hat geklappt und man wird sicherlich immer mehr AIR-Anwendungen sehen. Ob es ein riesiger Durchbruch wird, muss sich noch zeigen, aber wo die Resourcen mit viel Know-How im Web-Bereich vorhanden sind, ist es eine sehr gute Wahl.





Mehr Bilder der Veranstaltung: Flickr
Bin auch überzeugt vom Potential von AIR überzeugt, hoffe aber mal, dass Adobe das mit der großen Macht und der daraus resultierenden Verantwortung nicht zu schnell wieder vergisst! Gegen die Events die sie veranstalten kann man jedenfalls nie etwas einwenden. War schon auf einigen Awards und Präsentationen und eigentlich immer wieder positiv überrascht.